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MOTO im SAZ Bike Interview: Focus Schuhe und Pedale

Von MOTO Bicycles
MOTO im SAZ Bike Interview: Focus Schuhe und Pedale

Focus Schuhe und Pedale

SAZbike sprach mit Ali Barjesteh, Geschäftsführer von Motobicycles:

,,Pins, Metall und Kunststoff sind nicht die richtige Oberfläche für ein Pedal“

Die Frage nach dem richtigen Pedal stellt sich vielen Radfahrern. Während im sportlichen Bereich Klicksysteme das Bild prägen, suchen auch Alltagsfahrer nach Alternativen. Die Firma Motobicycles aus Berlin präsentiert jetzt dem Fachhandel eine neue Konstruktion aus Holz mit Griptape. Im Gespräch mit SAZbike spricht Geschäftsführer Ali Barjesteh über die Idee, den Einsatzzweck und die Hintergründe des neuen Flachpedals. Die Frage nach dem richtigen Pedal stellt sich vielen Radfahrern. Während im sportlichen Bereich Klicksysteme das Bild prägen, suchen auch Alltagsfahrer nach Alternativen. Die Firma Motobicycles aus Berlin präsentiert jetzt dem Fachhandel eine neue Konstruktion aus Holz mit Griptape. Im Gespräch mit SAZbike spricht Geschäftsführer Ali Barjesteh über die Idee, den Einsatzzweck und die Hintergründe des neuen Flachpedals.


SAZbike: Herr Barjesteh, was steckt hinter Ihrer Idee, ein Flachpedal ganz ohne Pins auf den Markt zu bringen?

Ali Barjesteh: Pedale sind eine der drei Kontaktstellen des Menschen mit seinem Fahrrad. Umso effizienter diese Schnittstelle funktioniert, umso besser wird der Fahrer Muskelkraft in Vortrieb umsetzen können. Während bei den Klickpedalen in den letzten Jahren immense Entwicklungsfortschritte erzielt wurden, ist bei den Plattformpedalen konzeptionell wenig passiert. Im sportlichen Bereich sind Klickpedale mittlerweile, zu Recht, nicht mehr wegzudenken. Für den täglichen Gebrauch eines Alltagsradfahrers sind sie aber wenig bis gar nicht zu gebrauchen. Das ist insbesondere auf das spezielle Schuhwerk zurückzuführen, welches für diese Pedale benötigt wird und im Alltag, etwa im Büro, nicht zu tragen ist und mitunter auch den Laufkomfort erheblich beeinträchtigt. Bei der Entwicklung des "Motopedals" war es uns wichtig, die Schwächen konventioneller Plattformpedale zu eliminieren. Unsere Zielsetzung war ein ergonomisches Pedal mit kompakten Abmessungen, geringem Gewicht und maximaler Sicherheit zu konstruieren.

Aus welchen Materialien besteht das Pedal?
Wir verwenden nur  hochwertige  Materialien. Die Achse wird aus einem hochvergüteten Stahl CNC gefräst. Im Pedalkörper werden    glasfaserverstärkter  Kunststoff und Schichtholz eingesetzt.

Wie kamen Sie auf die Idee zur Entwicklung?
Ein Blick auf meine Schienbeine beantwortet diese Frage. Ich fahre seit 20 Jahren BMX/Flatland. In dieser Zeit habe ich mich einige Male so verletzt, dass ich im Krankenhaus gelandet bin. Auf der Suche nach einem geeigneten Pedal bin ich aber nie fündig geworden und so brachte mich ein Freund, ein Skateboardfahrer, auf die entscheidende Idee.

Bringen Sie eigene Entwicklungserfahrungen mit?
Im Testen und Beurteilen von Material macht mir so leicht keiner was vor. Ich habe mehr Zelt auf dem Fahrrad verbracht als manch anderer Im Büro. Für die Konstruktion haben wir uns einen Ingenieur aus der Luft- und Raumfahrt mit ins Boot geholt. in enger Zusammenarbeit konnte so in einem kleinen Team ein außergewöhnliches Produkt enstehen.

Haben die Pedale ergonomisch Vorteile gegenüber herkömmlichen Flachpedalen?
Ergonomisch bietet das Pedal eine vielfach größere Auflagefläche als bisherige Pedale. Während bei Plnpedalen der Schuh oft nur auf den Pins ruht und damit nur wenige Quadratzentimeter Auflagefläche hat, kann bei unserem Pedal der Schuh auf der gesamten Pedalfläche aufliegen. Zusätzlich haben wir ein Grlptape in das Pedal integriert, welches die Haftreibung vergrößert und somit den Schuh sicher auf dem Pedal fixiert. Der Stand auf dem Pedal verbessert sich dadurch drastisch. Durch den Verzicht auf Pins oder Zähne sowie scharfe Ecken und Kanten entfällt die Gefahr von Verletzungen, die sicher schon jeder einmal in der Wade oder im Schienbein zu spüren bekommen hat.

Unterscheidet sich Ihr Pedal auch in der Konstruktion?
Durch eine neu entwickelte, zum Patent angemeldete Lagerung konnten wir eine Verstellmöglichkeit der Pedalfläche zur Kurbel realisieren. Auch interessant sind das geringe Gewicht und die Höhe des Pedals.

Wie  schwer ist das Pedal?
Das  Motopedal ist  das wahrscheinlich serienmäßig leichteste Plattformpedal auf
dem Markt. Unser Holzmodell wiegt ca. 320 g pro Paar. Durch unsere zum Patent angemeldete Konstruktion ist eine Gewichtsreduzierung bis 230g durchaus denkbar. Vergleichbare Pedale wiegen 400 bis 800 g pro Paar. Das leichteste Pedal, das wir finden konnten, wiegt 390 g und hatte einen Pedalkörper aus Kunststoff.

Sind die Produkte mit allen gängigen Schuhmodellen kombinierbar oder braucht es bestimmte Schuhe?
In die Oberfläche unseres Pedals ist  Griptape integriert. Dieses bietet sehr guten Halt, ganz gleich, ob mit glatten oder griffigen Schuhen. Sogar Stöckelschuhe und Ledersohlen sind damit problemlos fahrbar - und das auch im nassen Zustand.

Haben Sie sich mal Ledersohlen angeschaut, die mit einem Pinpedal  gefahren  wurden?  Niemand, der einen hochwertigen Schuh besitzt, mutet ihm diese Tortur zu. Im Übrigen werden Sie auch auf Büro- oder Flugzeugtreppen keine Pins, sondern Anti-Rutsch Beschichtungen finden. Wir sind überzeugt, dass Pins, Metall und Kunststoff nicht die richtige Oberfläche für ein Pedal sind.

Mit Pedalen eckt man auch gerne an. Wie sicher sind die Holzpedale vor Kratzern und Schlägen?
Das sehr aufwendig verarbeitete  Schichtholz  weist keine Nachteile zu konventionellen Pedalen  auf. Gebrauch ist ebenso sichtbar wie an anderen Pedalen, bei dem Motopedal aber reparabel. Generationen von Skateboardfahrern haben das Material getestet. Deren Urteil lautet: Es gibt nichts Besseres in puncto Haltbarkeit und Performance. Oder haben Sie bei einem Profiskater schon einmal ein Kunststoffbrett gesehen?

Skateboards können allerdings unterschiedlich gestaltet werden. Gibt es individuelle Variationsmöglichkeiten bei Ihren Pedalen?
Die  flächig geschlossene Form bietet völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten. Ob  einfarbig oder ganzflächig mit Grafik bedruckt, lässt sich das Pedal sehr individuell wandeln.

Wie lange verspricht das Pedal guten Grlp?
Je nach Nutzung hält das Grlptape ein bis zwei Jahre. Bei einem Neukauf bekommen die Kunden von uns noch einen zweiten Satz Grlptape dazu. Es
ist von jedem sehr einfach In fünf Minuten zu wechseln. Ersatz bieten wir zukünftig selbstverständlich über unsere Händler und auch direkt über unsere Webseite an.

Für welche Zielgruppen sind die Pedale angedacht?
Zielgruppe ist wirklich jeder Radfahrer, der heute ein Plattformpedal nutzt, was die Mehrheit der Radfahrer ist. Die einzige Ausnahme bilden Biker, die regelmäßig in schlammigem Terrain unterwegs sind. Die Vorteile des Pedals sind ansonsten für jeden Radfahrer interessant, der Wert darauf legt, sich mit seinem Rad optimal zu verbinden, um maximalen Vortrieb, Komfort und Sicherheit zu erreichen.

Sind die Pedale also auch für Mountainbiker interessant?
Einer der Vorteile unseres Pedals ist die deutlich bessere Rutschsicherheit gegenüber konventionellen Pedalen, insbesondere bei Nässe. So sind sie auch für Mountainblker interessant, die nicht im schlammigen Terrain unterwegs sind.

Wo lassen Sie produzieren?
Wir produzieren    ausschließlich in Deutschland.

Haben Sie Partner aus dem Fahrradbereich?
Know-how aus  der Fahrradbranche ist in unserer Firma, auch durch meine        persönlichen Erfahrungen, vorhanden.

Ab wann sind Ihre Produkte verfügbar?
Wir wollen    die Pedale im zweiten und dritten Quartal in den Handel bringen.

Wie läuft der Vertrieb?
Wir wollen das Pedal über den Fachhandel vertreiben. Hierzu werden wir mit einigen Händlern direkt zusammenarbeiten. Ansonsten planen wir auch eine Zusammenarbeit mit dem Großhandel.

Welche Rolle spielt der Internetversand?
Um gerade am Anfang jede Kundennachfrage  bedienen zu können, werden wir das Pedal auch im Direktvertrieb anbieten. Wir sind aber überzeugt davon, dass wir im Fachhandel besser positioniert sind, da das Erleben des "Motopedals" bisher jeden begeistert hat. Das ist im Distanzhandel nur schwer zu realisieren.

Wie hoch Ist der Preis?
Der Preis pro Paar liegt bei 155 EUR.

Wie viele Pedale werden am Anfang produziert?
Wir  haben  gerade 1.000 Satz Pedale in der Produktion. Durch den Produktionsstandort Deutschland sind wir aber in der Lage sehr schnell auf Nachfragen zu reagieren.

Herr Barjesteh, vielen Dank für das Gespräch.